[Rezension] Delirium - Lauren Oliver

Juni 20, 2017
 Amor Deliria Nervosa – eine Krankheit, die uns alle irgendwann heimsucht...
 




Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.“ 



Es ist schon eine gute Weile her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Allerdings hat mich die Idee dieser Dystopie damals so gefesselt, dass ich trotzdem nachträglich noch eine Rezension schreiben will! Eine Welt in der Liebe und alle dazugehörigen Gefühle verboten sind, kann sich heute keiner vorstellen – für die 17 jährige Lena und ihre beste Freundin Hana ist es schlicht Alltag geworden und Lena freut sich sogar auf den Tag, an dem sie „geheilt“ wird. Immerhin hat die Liebe eindeutige Krankheitssymptome und mit ihr kommt auch die Eifersucht!

Dadurch, dass die meisten Gefühle verboten sind, wirkt die Welt erstmal enorm fremd, da alles daran angepasst werden muss. Trotzdem hat es Oliver geschafft, sowohl Charaktere als auch die Welt für den Leser enorm greifbar zu gestalten. Dabei legt sie teilweise einen fast schon poetischen Schreibstil an den Tag, welchen ich in ihrem Bestsellerroman „Bevor du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ schon sehr genossen habe.

Typisch für Jugendbuch-Dystopien sind ja die starken Charakterentwicklungen des Protagonisten. Lena, aus derer Sicht erzählt wird, macht definitiv eine Charakterentwicklung durch, die mir teilweise aber schon fast zu plötzlich und unrealistisch vorkam. Nachdem sie Alex kennenlernt ist sie quasi ein anderer Mensch – voll von Angst und Zwiegespaltenheit zwar – aber irgendwie ging mir das alles zu schnell. Glaube das ist auch der Hauptgrund, warum ich bis heute noch nicht die Folgebände gelesen habe. Und das obwohl das Buch mit einem wahnsinnigen Cliffhanger endet!
Grundsätzlich sind die Charaktere aber gut geschrieben! Hana ist von Anfang an etwas rebellischer als Lena und ist sowas wie ein Vorbote, dass vielleicht nicht jeder in dieser Welt mit dem System zufrieden ist. Und Alex ist absolut nicht das, was man erwartet und anfangs von ihm denkt.

Außerdem finde ich Cover und Titel unglaublich gut gewählt! Delirium bezeichnet einen Zustand, in dem man nicht mehr klar denken kann, nach einer Krankheit oder Drogenkonsums zum Beispiel. Diesen Zustand durchläuft Lena definitiv – Wieder ein Zeichen, dass die Liebe eine Krankheit ist, nur diesmal ist es vielleicht schon zu spät um das zu bemerken?
 


Definitiv hat Lauren Oliver mit Delirium eine spannende Dystopie geschaffen und weiterhin finde ich die Idee, Liebe als Krankheit zu klassifizieren und auslöschen zu wollen, absolut genial. Ein paar kleine Logikfehler und eine zu krasse und dadurch unglaubwürdige Charakterentwicklung haben mich zunächst davon abgehalten, weiterzulesen. Allerdings werde ich der Reihe wohl wieder eine Chance geben, irgendwie interessiert es mich jetzt nach dem Schreiben der Rezension wieder, wie es mit Lena in dieser seltsamen und unvorstellbaren Welt weitergeht.


Delirium | Lauren Oliver | Amor-Trilogie | Carlsen Verlag |  Hardcover | 416 Seiten 


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